In Concord mit Komfort

In Concord mit Komfort

Warum geht das Sonnige Antlitz jeden Morgens erst um 12 Uhr auf? Warum schmeckt mir mein Essen so fein und köstlich, dass ich scheinbar nie genug davon kriegen kann? Wie kann es sein, dass Ich mit meinem Computer und meinem Smartphone unverkennbare Synergien pflege? Sie begrüßen und versüßen meine Tage, die ich ansonsten nicht anders zu bewältigen wüsste und geben mir, ja fast schon stupide und simpel, wonach ich dürste und gelüste so wahr meine Hände und Füße mich unweit zu Ihnen, meinen treuen und neuen Gerätschaften geleiten. Wozu brauche ich sowas wie ein Peripheres Blickfeld oder Reflexe, ausgebildete, gepflegte Muskulatur oder ausgefeilte Kognition wenn das Paradies nur wenige Zentimeter neben meinem Körper liegt? Ich brauche keine Angst und Toleranz gegenüber Unruhe, der strickten Gewahrsam meines Körpers und dessen Situation für die launisch, tierisch wilde Mutter Natur, wenn ich hoch oben meinem sicheren, kleinen Zimmerchen Unterschlupf finde. Wovor muss ich mich jemals nur verstecken, wenn ich die höchsten der höchsten Wipfel und Kronen majestätischer Bäume überrage und tief herabschauen kann, welches lästige Gewusel und Gertrude sein irrsinniges Unwesen treibt? Geld? Ach, Geld brauch ich nicht für Extravaganz und Glanz oder Unabhängigkeit und grobschlächtige Finanzierbarkeit eines Aufregenden Lebens, solange ich meine gebürtige Portion Zucker, Stärke inklusive billige Fette und Reste einbringen kann, kümmern mich riskante, kostspielige Entscheidungen und Wagnisse nicht. Es ist wie als wäre ich Geboren, erzogen, und aufgewachsen für genau diesen fruchtvollen Segen ohne mühsames Regen und Streben nach herrlicher Gemütlichkeit und Müßigkeit, Ich amüsiere und lache mich tot ins samtig weiche Fäustchen! Mann kann mich zu nichts zwingen geschweige denn bringen, was mir nicht mundet, HAHAHAHA!
Einen Augenblick—, noch nicht—warum jetzt?! –warum Heute?! Warum mir und nicht dir?? Welche schiere Gewalt, welche dreiste Diskrepanz und Dissonanz, könnte es bloß wagen, diese wunderbare, Unberührtheit meiner Tranquilität und Ruhe zu unterbrechen? Mein vielbeschäftigten Innersten zu stören und zu verderben? Wer oder Wessen Wille ist es mich zu torquieren und zu knechten für seine oder ihre egoistischen, eigensinnigen sinn und zweckfreien Inquaritäten? Wer verspürt und versprüht unverkennbare, unvereinbare Mutmaßungen lediglich wider meiner teuersten Werte der idealen Lebenstugend? Der möge sich nun melden oder für immer Schweigen— !
Mein Handy klingelt und bimmelt schon zum dritten mal vor sich hin. Zögerlich und zimperlich greife ich nach meinem Smartphone. 3 Verpasste Sprachanrufe; eine neue Sprachnachricht“ Verdammt noch eins, ich habe im schon zum 10. Mal gesagt, dass ich nicht kommen kann!“ sprach ich zu mir selbst. Ich seufzte. Allmählich schien ich bereits frustriert zu wirken, ich wusste irgendwie nicht recht, wie ich mit diesem unerwarteten Szenario umgehen sollte. Herrgott, ich fühle mich einfach krank und energielos, vor allem jetzt grad—Fuck!– Ich habe kaum die Kraft und Nerven um mich mit Ihm auf ein spontanes Treffen einzulassen“ führte ich fort. Ich ließ mich gekränkt in meinen Drehstuhl vor meinem Schreibtisch fallen. Es war ein eingesessener, schmutziger Sessel, auf welchem ich gut und gerne den Großteil des Tages sitzend , meistens vor meinem Bildschirm kauernd, verbrachte. Er quietschte als ich meinen Drehsessel nach vorne schwenkte und mich, mit meinem Handy in beiden Händen, nach vorne an meinen braunen Schreibtisch lehnte um meinem Freund gehörig meine Meinung zu vermitteln. Ich schob Meine PC Tastatur nach hinten an gegen meinen Desktop und räumte sämtliche unordentlich verstreute Dinge und etwaige Essensabfälle mit einer einzigen groben Armbewegung weg von der Tischfläche. Einige Sachen wie bekleckertes Besteck oder Teller fielen laut und klirrend auf nackten, ungeschützten Parkettboden. Ich fluchte, und ließ mich von meinem Sessel zu Boden rutschen. Auf allen vieren und mit langsamen wie ungeschickt trägen Bewegungen beseitigte und Bereinigte ich den Boden neben meinem Schreibtisch und stellte alle umständlich aufgesammelten Dinge in meiner Überschwemmte Spüle ab, eher ich mich schwindlig befangen wieder hinsetzte und mich meinem Handy widmete. Ich saß und starrte Löcher in Wände. Ich versuchte eine umschweifende, und genüge tuende Erklärung zu finden, um meinem guten Freund zu verdeutlichen, dass ich mich aus Gründen um Gründen, über die ich ungern direkt, offen oder gar weitläufig spreche, heute nicht mit Ihm verabreden werde. Nein, ich kann mich nicht mit Ihm treffen, selbst wenn ich es ernsthaft und intrinsisch wollte. Es geht nicht, Ich kann es einfach partout nicht verantworten. Immer wenn ich darüber nachdenke, mich schritt für schritt, Minute um Minute, Stunde um Stunde in die hypothetische Situation hineinversetze, mich mit besagter Person zu treffen, vorher aber unzählige, Zeitintensive, mühselige Vorbereitungen treffen zu müssen, da ich in meinem Aktuellen Zustand unter keiner Menschenseele zeigen darf aus Gründen um Gründen über die ich wirklich wirklich sehr ungern erzähle— „Ach, Verdammte dreckige Scheißerei!“ fluchte ich schrill auf. Unzählige diffuse Gedankenströme rasten und bahnten sich durch mein schmerzendes, migränegeächtetes Gehirn. Sie wirkten unaufhaltsam und grausam, ehe sie tiefer durch mein warmes, profus schwitzendes und pulsierendes Fleisch am Leibe widerhallten. „Es tut einfach so weh, ich halt es nicht aus, die Scham und Schmach die ich empfände wenn ich ihm, so wie ich im hier und jetzt Aussehe und Fühle. Einfach nur pathetisch, ekelerregend und entbehrlich! Welches gesunde, rationale Menschenskind, würde mir auch nur eine Sekunde ohne einer Vorgefertigten, Schubladenmeinung entgegenblicken, die oberhalb der von Bettlern und obdachlosem, versifften, stinkenden und ungepflegten tu-nicht-gut Abschaum stünde? Womit habe ich diese Demütigung verdient? Diese Aufregung und diese disruptive Invasion meiner stillen, anonymen Homöostase? Ist es meine oder Ihre Schuld? Wie lange kann ich Ihnen meine schwärzesten, grimmigsten Geheimnisse vorenthalten ohne skandalös und dramatisch entlarvt zu werden? Alle Menschen ticken und laufen doch im selben Takt oder Schema Mein Akademischer Schulverband wie jede einzelne Person mit der ich zu tun haben muss, völlig gleichgültig, weshalb und warum — An Tagen wie diesen könnte ich mich doch glatt erh—“ Es klingelte an der Tür. Ich erschrak abrupt auf, stand von meinem Sessel der durch meine schiere Masse und Wucht weit nach hinten geworfen wurde und gegen die hintere Wand schlug. Ich hielt meine schweißnassen Hände vor den Mund um so viele erregte Laute wie nur möglich zu unterbinden. „Wer?? Wer ist da, einfach Ignorieren, just Ignore it, it will go away, chillax, man“ Ich versuchte mich wieder zu fangen und schlich zur Tür und blickte durch den Türspion. Ich blieb so mucksmäuschenstill wie ich nur physisch konnte. Ich könnte nie mit einem echten Ninja mithalten, aber was solls, wenn ich’s nicht kann, dann können es genauso wenig die meisten anderen, geschweige denn Normies. „Niemand?“ flüsterte ich beinahe lautlos vor mich hin „War—war das bloße Einbildung oder waren das die Nachbarn? Ach das war bestimmt der griesgrämige Alte Spacko von nebenan mit seiner Senilen Frau, tse, blöde Fotze—“ Ich starrte, und erstarrte. Jemand blickte mit seinem linke, tiefbraunen Auge direkt durch meinen Türspion. „Wer— Nein!! Mein Kumpel??“

Ikkaer

Ikkaer

Ich bins Ikkaer.