Mit Gelassenheit zu mehr Glück

Mit Gelassenheit zu mehr Glück

Was fällt dir als erstes ein, wenn du an den März 2020 zurückdenkst? Ein Lager von Menschen mit
welchem du vermutlich gut vertraut warst, würde wahrscheinlich behaupten: „Himmel und Hölle
stürzten aufeinander und die dazwischen liegende Menschheit sollte Buße tun für die Jahrzehnte
waltende Vergesslichkeit ihrer noblen Tugenden…“ – natürlich etwas hyperbolisch ausgedrückt. Wenn
man sich die Medienwelle rund um die sukzessiven Pandemiewellen ansah, dann war solch eine Haltung
kaum verwunderlich. Selten haben wir Menschen uns, bis zum heutigen Datum, fast täglich und über
einen derartig langen Zeitraum mit einem einzigen weltlichen Geschehnis über unseren Köpfen aktiv wie
passiv auseinandergesetzt. Ständig haben wir uns gefragt, wann das Foltergespann dieser Pandemie
endlich zum Erliegen käme. Man sprach in den Wintermonaten bereits von einer bizarren Coronamüdigkeit. Was hat das alles nur für das generelle Wohlbefinden unserer Gesellschaft zu bedeuten? Was
hat das nur für mich zu bedeuten? Bröckelndes Vertrauen in Menschen, die nach einem konstruktiven
Gemeinwohl streben sollten, Politdrama, Internationale, befremdliche Eskapaden am Rande, Experten
hier, Querdenker da, wer hat recht, wer unrecht? Wann können wir endlich zurück?
Trotz der pessimistisch, kompliziert anmaßenden Ausgangslage, gab es ebenso viele Menschen, die sich
faktisch, allen Widrigkeiten zum Trotz, umdenkend neu aufgestellt haben und eine neue Blütephase Ihrer
Persönlichkeit erfuhren. Sie haben sich aufgebaut, vervielfältigt oder öffentlich engagiert, nicht zuletzt
sogar sozial-solidarisch und notgedrungen erfinderisch und prominent gehandelt. Wie haben Sie das
geschafft? Was ist ihr Geheimnis? Man könnte meinen, sie hätten, stupide oder stoisch zu agieren
begonnen, um einen Schritt zurückzusetzen. Wuchtig haben sich diese Menschen gegen mein vorhin
projiziertes Narrativ gestellt und Folgendes behauptet:
„Wir akzeptieren die Dinge so wie sie sind, wir lassen unseren mulmig wie ulkig scheinenden Gedanken
einfach kurzfristig freien Lauf. Am besten lassen wir sie vorbeiziehen, wie kleinlaut nuschelnde
Drachengeister zu chinesischem Neujahr. Es war nun an der Zeit zu reflektieren um den „Reset-knopf“
unseres Bewusstseins drücken zu können. Anschließend, befreit von unwillkürlichen Tunnelblicken,
orientieren wir uns neu, also richten unsere Blickwinkel wieder zurück in und um uns. Probieren wir es
mal praktisch: mit einem Stift, und (Denk-)Zettel oder kleinen Notizbuch, Brainstormen wir einfach mal
drauf los—“Was geht dir denn jetzt gerade durch den Kopf? Was ging dir damals durch den Kopf, falls du dich viel
früher schon in derselben Lage befunden hast? Vielleicht etwas in die Richtung von: Was können wir mit
all dieser neu gewonnenen Zeit anfangen, wie können wir unser Schicksal in die Hand nehmen und
Schritt für Schritt notieren, was uns besorgt, bekümmert, belebt. Was können wir dagegen oder dafür
eigentlich tun? Falls es hierfür und/oder dafür doch keine anderen Optionen (mehr) gebe: Wo müssen
wir etwas schlicht und ergreifend, mit gepflegter Resilienz, tolerieren? Wo kann ich mir Hilfe holen? An
wen wende ich mich im Falle eines Falles?
„Probier‘s mal mit Gemütlichkeit–“, vielleicht kommen dir diese weisen Worte aus Disneys animierten
Trickfilm-Klassiker „Das Dschungelbuch“ bekannt vor . Gelassenheit wie Gemütlichkeit in vielen
Lebenssituationen, fördert Achtsamkeit, Reflexion und unsere Fähigkeit neue Verknüpfungen und
Vorstellungen aufzubauen die essenziell dafür sind, langwierige Probleme zu lösen und optimal zu
verarbeiten.
All das, also ein lösungsorientiertes, flexibles Denken, geht am besten, wenn man eben einen Gang
runter schaltet, ein oder zwei Tage einen elefantösen Abstand von medialen (soziale Medien wie
Fernsehen) Hagel nimmt und sich in gediegener Gelassenheit wiegt.
Was entspannt uns denn nun? Was macht uns denn nun daran glücklich und befriedigt oder besänftigt
uns? Vielleicht das Hören seines nostalgischen Lieblingsalbums? Oder das (Video)-Telefonieren und
köstliche Amüsieren mit Freunden, das regelmäßige Lesen eines spannenden, lehrreichen Buches, das
Lösen von kniffligen Sudoku-rätseln, das Praktizierten eines meditativ wirkenden Sportes, völlig gleich ob
Anfänger oder fortgeschrittene Sportskanone? Abgesehen davon, gibt noch viel mehr Möglichkeiten.
Wie wäre es mit dem Einführen eines neuen, stimulierenden und produktiven Hobbys? Sowas ist Gold
wert für uns und unsere individuelle Moral. Vom Schreiben und Dichten nach Sebastian Fitzek oder
Shakespeare, dem Malen nach Egon Schiele, dem Wandern nach österreichischer Art, dem Kochen und
Backen nach orientalischer oder fernöstlicher Art aber auch dem Basteln, Tanzen, Musizieren und
Werken nach bestmöglich improvisierter und origineller Art stehen uns plötzlich so viele neue Wege und
Möglichkeiten der Expression und Entfaltung offen.
Fazit, wenn wir bewusst gelassen und entspannt sein können, dann haben wir mehr Raum für lebhafte,
nuancierte Ideen und Fantasien in unserem Gehirn, welche wir selten zuvor gehabt hätten, weil wir tief
in hektisch wilden Alltagsmarotten dahinzutreiben schienen. Eustress bzw. Distress dominierten ab und
an im Laufe unsers Lebens. Unsere Körper müssen viel einstecken und brennen für Dinge, die sehr
wichtig für uns sind oder ohne die wir nicht über die Runden kämen – allgemeine Ausnahmesituation hin oder her. Wir müssen anfangen unsere Ansicht oder Einstellung auf unsichere Situationen zu verändern.
Unsicherheit und Ungewissheit mit Risiko kann man entweder vermeiden oder als Möglichkeit nutzen,
gänzlich zu profitieren. Man kann sie als eine neue Chance für frisches, saftiges Wachstum betrachten,
also neue Grenzen und neues Terrain für das Erreichen unseres manchmal flüchtigen,
gewohnheitsgetriebenen Glücks zu erobern.

Ikkaer

Ikkaer

Ich bins Ikkaer.